Die Rationalität der Angst: Neuansätze im ''Fortunatus'''

Gerok-Reiter, A. – 2008

Nach einer knappen theoretischen Erörterung des Zusammenhangs von Emotion und Ratio in Anlehnung an die moderne Kognitionsforschung (1.) sowie einem kurzen literarhistorischen Aufriss des Themas von Angst und Erkenntnis im mittelalterlichen Roman (2.) soll anhand der Textanalyse des Fortunatus aufgezeigt werden, inwiefern auf der Ebene der Figurenzeichnung sowie der Handlungskonzeption die Inszenierung von Angst und Erkenntnis als relativen, ja komplementären Größen eine – literarhistorisch gesehen – neue Relevanz gewinnt, insofern Angst nicht nur als zu überwindende Größe, sondern als adäquate Reaktion und als Stimulans eines Welterlebens erfahren wird, das ohne sie keinen Realitätssinn aufweisen würde, bis dahin dass die Angst – insbesondere im frühneuhochdeutschen Prosaroman – als Promotor von Aufbruchssituationen, neuer Welterfahrung und Entdeckungsmöglichkeiten einen produktiven Funktionswert erhält, der sie nicht nur als Folge, sondern als Agens von Erkenntnis deutlicher als zuvor festschreibt (3.).

Titel
Die Rationalität der Angst: Neuansätze im ''Fortunatus'''
Verfasser
Gerok-Reiter, A.
Verlag
Erich Schmidt Verlag
Ort
Berlin
Datum
2008
Erschienen in
Haubrichs,W.,Lutz, E.C.,Ridder, K. (Eds.). Reflexion und Inszenierung von Rationalität in der mittelalterlichen Literatur. 273-298.
Art
Text