Feldforschung und Ethnographie als affektive und relationale Prozesse

In diesem Postdoc-Projekt sollen Ansätze aus der Literaturwissenschaft, Psychologie und Sozial- und Kulturanthropologie miteinander verbunden werden, um eine relationale Methodologie der ethnographischen (Emotions-) Forschung zu entwickeln.

Thomas Stodulka

Diese Methodologie soll als ‚Empirische Affektmontage’ bezeichnet werden, und die Affekte von Forschern und Erforschten während des gesamten Prozesses ethnographischer Wissensproduktion (Forschung im Feld/Verfassen der Ethnographie) zueinander in Beziehung setzen.

Um einen solchen methodischen Ansatz wissenschaftlich fundiert zu entwickeln, sollen zunächst die Affekte von zwanzig kooperierenden Feldforscherinnen und Feldforschern systematisch auf der Basis zum Teil selbst entwickelter quantitativer und qualitativer Methoden empirisch erhoben werden. Ziel ist hierbei die über-individuelle typologische und sequentielle Modellierung der Affekte von uns Forscherinnen und Forschern im Feld. In enger Zusammenarbeit mit den Dissertationsprojekten, welche versuchen diese Methoden exemplarisch in ihren eigenen Feldforschungen anzuwenden sollen ihre Pilotstudien in einem weiteren Schritt zu dem größeren Forscher-Sample in Beziehung gesetzt und analysiert werden, um möglichst ‘dichte Beschreibungen’ der Affekte im Feld zu produzieren. Schließlich sollen die Erkenntnisse, die aus der Meta-Analyse und den beiden Pilotstudien gewonnen wurden in eine ‚Empirische Affektmontage’ im Rahmen einer eigenen Feldforschung in Ostindonesien integriert werden.

Darüber hinaus möchten wir die neu entwickelten Methoden, die hierbei zum Einsatz kommen als methodische Hilfestellungen für Nachwuchsforscherinnen und -Forscher zur Verfügung stellen.

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