Neurophysiologie und Psychometrie zur Erfassung von Alexithymie - BALI 1 (109)

Um ein fundiertes Verständnis des Persönlichkeitsmerkmals Alexithymie zu gewinnen, wird eine breit angelegte, interdisziplinäre Studie durchgeführt.

Der in der psychologischen Forschung als Persönlichkeitsmerkmal verwendete Begriff "Alexithymie" bedeutet wörtlich "keine Worte für Gefühle zu haben" und beschreibt eine Beeinträchtigung in der Identifikation, Dekodierung oder Kommunikation eigener Emotionen oder emotionaler Aspekte sozialer Interaktion. Dabei herrscht Uneinigkeit, ob das Alexithymie-Konstrukt neben der Schwierigkeit, Emotionen verbal auszudrücken, auch Defizite bei der Wahrnehmung, des Erlebens und/oder der Konzeptualisierung von Emotionen umfasst. Eine genaue Untersuchung des Konstrukts ist von hoher Relevanz, denn Studien zeigen, dass zwischen neun und zwölf Pronzent der erwachsenen Bevölkerung hochalexithym sind und dass diese Menschen wesentlich häufiger psychische Erkrankungen aufweisen.

Der Projektverbund "Alexithymie" untersucht multimethodal mit neuropsychologischen, neurobiologischen und linguistischen Instrumenten sowie mit Bewegungsanalysen, in welcher Form sich Alexithymie im Verhalten, Sprache und redebegleitender Gestik sowie in regionenspezifischer Hirnaktivität (fMRT) ausdrückt und wie letztere moduliert werden kann.