Ringvorlesung "Languages of Emotion: Sprache, Kultur, Gesellschaft"

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Einführung in die Ringvorlesung

Prof. Dr. Gunter Gebauer (Philosophie) erläutert das Konzept der Vorlesungsreihe und beschreibt das Forschungsvorhaben des Clusters, unterschiedliche disziplinäre Traditionen der Emotionsforschung wieder zusammenzuführen.

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Affektmobilisierung im Kriegsfilm

Filmwissenschaftler und Sprecher des Clusters Languages of Emotion, Prof. Dr. Hermann Kappelhoff, erläutert den Zusammenhang von Kino und Gemeinschaftsgefühl anhand einer vergleichenden Analyse der Filme "Tag der Freiheit - unsere Wehrmacht" (Leni Riefenstahl, D 1935) und "Why we fight" (Frank Capra, USA 1943), die ein unterschiedliches Gemeinschaftsideal propagieren, das in den verschiedenen Inszenierungsweisen greifbar wird.

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Kollektive Emotionen und Glauben

Am Beispiel von Fankulturen im Fußball spricht der Philosoph Prof. Dr. Gunter Gebauer über kollektive Emotionen und Zugehörigkeitsgefühle: "Die mit Anderen geteilte Welt ist emotional konstituiert."

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Angst und Ärger

Prof. Dr. Christian von Scheve, Soziologe, stellt Studien zu den Dimensionen und Effekten sozialer Ungleichheit vor und zeigt, wie stark das Erleben bestimmter Emotion vom sozioökonomischen Status bestimmt ist

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Der Sinn für Angemessenheit

Prof. Dr. Hilge Landweer (Philosophie) versteht den Sinn für Angemessenheit als emotionale Disposition adäquat auf eine Situation zu antworten. Bei der Wahrnehmung von Situationen und ihrem normativen Gehalt spielen Emotionen eine zentrale Rolle. Im Unterschied zu Normen ist der Sinn für Angemessenheit aber nicht situationsübergreifend.

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Musik, Emotion, Gehirn

Der Musikpsychologe Prof. Dr. Stefan Koelsch stellt neurowissenschaftliche Studien zur Verarbeitung von Musik im Gehirn vor und zeigt, was man aus Sicht der Neurowissenschaften über den Zusammenhang von Musik und Emotionen weiß.

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Philosophiehistorische Emotionsforschung

Ein Blick in die Philosophiegeschichte könne für die heutige Emotionsforschung nur erhellend sein, meint Prof. Dr. Dominik Perler, Professor für Theoretische Philosophie an der Humboldt-Universität zu Berlin. An Beispielen erläutert er, wie historisch unterschiedlich etwa das Verhältnis von sinnlichen und rationalen Anteilen bei der jeweiligen Definition von 'Emotion' gewichtet wird.

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Das "Kraftwerk der Gefühle" Oper

Prof. Dr. Clemens Risi (Theaterwissenschaft; Musiktheater) rekonstruiert die theoretischen Debatten des 17. Jahrhunderts über die Produktion und Übertragung von Affekten im Musiktheater. Die Neukonzeption des "Kraftwerks der Gefühle" Oper im 19. Jahrhundert und die Diskussionen über die emotionale Wirkung von Opernaufführungen wird am Beispiel von Giuseppe Verdi und Richard Wagner nachvollzogen.

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Aufarbeitung von Bürgerkriegen

Prof. Dr. Birgitt Röttger-Rössler und Dr. Sina Emde (beide Ethnogie) fragen, wie in ehemaligen Bürgerkriegsgesellschaften vergangene Gewalterfahrungen verarbeitet, kommuniziert und erinnert werden und welche Emotionen dabei eine Rolle spielen. Sina Emde stellt dazu unterschiedliche öffentliche und private Formen des Gedenkens in Kambodscha vor.

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Coolness

Prof Dr. Ulla Haselstein, Professorin für Amerikanistik, zeichnet in ihrem Vortrag die Geschichte des Begriffs "cool" nach und verfolgt die amerikanische Kulturgeschichte der "Coolness" bis ins 19. Jahrhundert zurück.

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Emotionale Kommunikation bei Primaten

Prof. Dr. Katja Liebal, Professorin für Evolutionäre Psychologie, führt in die Erforschung des Emotionsausdrucks bei nichtmenschlichen Primaten ein. Wie kann man Emotionen und Kommunikation bei Primaten untersuchen, die nicht sprechen können? Kann man man die emotionalen Gesichtsaudrücke oder Verhaltensweisen von Menschen und anderen Primaten überhaupt vergleichen?

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Emotionalisierung der Religion

Prof. Dr. Hubert Knoblauch und Dr. Regine Herbrik (Soziologie, Technische Universität Berlin) zeigen in ihrem Vortrag, welche Formen der Emotionalisierung von Religion heute in und außerhalb der Kirchen praktiziert werden, welche Rolle dabei die Verwendung von Musik, Film, Fotographie und das Internet spielen und wie dies mit soziologischen Methoden untersucht werden kann.

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Lust am Ekelhaften, Traurigen, Ärgerlichen

Prof. Dr. Winfried Menninghaus (Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft) zeigt in seinem Vortrag warum und wie uns Kunstwerke berühren, die negative Emotionen wie Ekel, Trauer oder Ärger hervorrufen und stellt empirische Studien vor, die die Annahme untermauern, dass diese Gefühle sogar wichtig für unsere emotionale Involviertheit in beispielsweise Filme sind.

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Zusammenfassung der Ringvorlesung

Prof. Dr. Gunter Gebauer gibt eine abschließenden Überblick über die Ringvorlesung.

Im Wintersemester 2011/12 veranstaltete Languages of Emotion gemeinsam mit dem Institut für Philosophie der Freien Universität Berlin die Ringvorlesung "Languages of Emotion: Sprache, Kultur, Gesellschaft". In den einzelnen Vorlesungen wurden Ergebnisse und laufende Forschungen aus Projekten des Clusters der Öffentlichkeit vorgestellt.